Liebe Patientin, lieber Patient,
da die Parodontitis heutzutage eine der Hauptursachen für Zahnverlust geworden ist, wollen wir Sie hiermit kurz über diese Erkrankung und deren Therapie aufklären.
Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen natürlich selbstverständlich gerne zur Verfügung!
1. Allgemeine Informationen:
Hinter dem Begriff Parodontitis verbirgt sich eine Entzündung des Zahnhalteapparates, d.h. die Fasern, die den Zahn im Kieferknochen festhalten und ernähren, werden zerstört. An dieser Erkrankung leiden mittlerweile neun von zehn Bundesbürgern an mindestens einem Zahn.
Zur Veranschaulichung zeigt das folgende Bild auf der linken Hälfte einen gesunden Zahn, bei dem das Zahnfleisch den Zahnhalteapparat vollständig umschließt und ihn so vor schädlichen Einflüssen schützt.
Rechts ist dagegen das typische Erscheinungsbild einer Parodontitis mit dem Rückgang des Zahnfleisches und dem Abbau des Kieferknochens zu sehen. Eine chron. Entzündung des Zahnhalteapparates kann sich – wenn diese unbehandelt bleibt – negativ auf Allgemeinerkrankungen, wie Herz-Kreislauf.
Erkrankungen (Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall) oder Typ-2-Diabetes auswirken. Außerdem kann das Risiko für eine Frühgeburt in der Schwangerschaft erhöht werden. Die Parodontitis ist also keine auf den Mund beschränkte Erkrankung, sondern kann zum Gesundheitsrisiko für den ganzen Körper werden.
Wichtig ist die rechtzeitige Behandlung der Parodontitis! Findet diese nicht statt, so kann dies am Ende zu einem Verlust eigentlich gesunder Zähne führen, was durch eine relativ einfach durchzuführende Therapie vermieden werden kann.
2. Die Ursachen der Parodontitis
In Mundhöhle und Rachenraum existieren mehr als 600 verschiedene Bakterienarten. Diese Bakterien schließen sich – wenn sie nicht regelmäßig entfernt werden- zu einem Biofilm (Zahnbelag) auf der Zahnoberfläche zusammen, dessen Giftstoffe anschließend in das Zahnfleischgewebe eindringen. Infolgedessen reagiert die körpereigene Abwehr auf diesen bakteriellen Angriff mit einer Entzündung.
Zu einer Parodontitis kommt es erst dann, wenn diese Entzündung schließlich den Kieferknochen erreicht hat und damit die Fasern zerstört, die den Zahn im Knochenfach festhalten. Tiefe Zahnfleischtaschen bilden sich und stellen nun einen idealen Ort für das Wachstum der Bakterien dar.
Durch ihre anatomische Lage sind die Zähne die ideale Eintrittspforte für das Eindringen von Keimen in den Körper, und so führt jede kleine Schwäche in den natürlichen Abwehrmechanismen zu einem starken Wachstumsanstieg der Bakterien und damit zu einer verstärkten Entzündungsreaktion.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:
Diabetes mellitus, Rauchen, psychischer Stress, Übergewicht, Mangel-bzw. Fehlernährung, mangelhafte Mundhygiene, sowie hormonelle Veränderungen
3. Die Symptome der Parodontitis
Obwohl eine fortschreitende Parodontitis meist über einen längeren Zeitraum völlig schmerzlos bleibt, weisen dennoch einige Symptome auf eine Erkrankung des Zahnhalteapparates hin:
geschwollenes und gerötetes Zahnfleisch
Zahnfleischbluten
Zahnfleischrückgang (die Folge sind oft schmerzempfindliche Zahnhälse)
ein unangenehmer Geschmack im Mund oder Mundgeruch, der über längere Zeit andauert
Austritt von Eiter aus den Zahnfleischtaschen
Lockere oder verlängert erscheinende Zähne
4. Die Behandlung der Parodontitis
Die systematische Parodontaltherapie ist in verschiedene Abschnitte gegliedert:
Den Start in die Therapie stellt die Intitial- oder Hygienephase dar, bei der in einer professionellen Zahnreinigung (PZR) eine gründliche Vorreinigung durchgeführt und der Patient über eine korrekte Durchführung der häuslichen Mundhygiene aufgeklärt wird. Nach dieser Vorbehandlung bemerken die meisten betroffenen Patienten bereits einen deutlich sichtbaren Rückgang der Zahnfleischentzündung.
Erst an diesen wichtigen ersten Schritt schließt sich die eigentliche Parodontal-therapie an: Hier werden zunächst alle betroffenen Zähne lokal betäubt, damit im Folgenden eine komplette Entfernung der für die Erkrankung verantwortlichen Bakterien aus den Zahnfleischtaschen stattfinden kann. Hierzu werden spezielle Handinstrumente oder maschinelle Ultraschallreinigungsgeräte verwendet. Diese Therapie ist in den meisten Fällen ausreichend, um die Entzündung einzudämmen oder sogar ganz zu hemmen. Bei schwierigen oder aggressiv verlaufenden Fällen bietet sich die zusätzliche Gabe spezieller Antibiotika an.
Ist ein Patient an Parodontitis erkrankt, so hat er meistens lebenslang eine erhöhte Anfälligkeit für bakterielle Entzündungen. Aus diesem Grund muss einer Parodontaltherapie eine regelmäßige Nachsorge-und Erhaltungstherapie folgen.
Je nach Erkrankungsgrad wird anfänglich zu zwei bis vier zahnärztlichen Kontrollterminen im Jahr geraten, bei denen die Zahnfleischtaschen und der Entzündungszustand des Zahnfleisches kontrolliert, sowie erneut die Beläge aus den Zahnfleischtaschen bei einer professionellen Zahnreinigung (PZR) entfernt werden.








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